Beipackzettel:
Klartext für Patienten
14.06.2007
Seit Kurzem müssen Hersteller die Beipackzettel neuer Arzneimittel auf Verständlichkeit prüfen. Wir sprachen darüber mit Katrin Nink, Apothekerin beim Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO)
Frau Nink, Hersteller müssen seit Kurzem die Beipackzettel neuer Arzneimittel auf Verständlichkeit testen. Wie finden Sie das?
Das bringt das Thema endlich wieder auf den Plan. Aus unserer repräsentativen Umfrage wissen wir: 37 Prozent der über 60-Jährigen fühlen sich durch den Beipackzettel eher verunsichert als aufgeklärt. Viele Arzneimittel landen deshalb sogar im Müll.
Was bereitet denn am meisten Schwierigkeiten?
Patienten klagen vor allem über die Unmenge an Text und die vielen Fremdwörter. Unmut erzeugen auch schwer verständliche Wechselwirkungen sowie die schlecht lesbare Schrift. Wie geht es verbraucherfreundlicher?
Wir haben in unserer Studie einen verbraucherfreundlichen Muster-Beipackzettel entwickelt. Darin verwenden wir kürzere Sätze, keine Fremdwörter und eine größere Schrift, erklären Fachbegriffe und achten auf den Nutzwert für den Patienten, nennen also nicht nur Nebenwirkungen, sondern sagen auch, wie man sie erkennt. Auch sortieren wir die betont knapp gehaltenen Infos anders: Der Patient erfährt zuerst, wogegen das Mittel hilft und was er bei der Einnahme beachten muss.
Reicht der neue Test, um die Mängel zu beheben?
Der jetzt vorgeschriebene Lesbarkeitstest ist ein Schritt zu mehr Patientenfreundlichkeit. Ob dieser allerdings ausreicht, muss sich erst zeigen.
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