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Aktuelles

Individualrezepturen:

Kunstvoll gemischt

16.06.2007

Mit Individualrezepturen können Apotheker für den Kunden maßgeschneiderte Medikamente herstellen

Etwa 10 000 – das ist die Anzahl der Artikel, die eine deutsche Apotheke durchschnittlich stets für ihre Kunden bereit hält. Da sollte für jeden Erkrankten etwas dabei sein, möchte man meinen. Doch das ist nicht unbedingt der Fall: Manchmal passt die Dosierung einer Tablette nicht exakt zum Patienten, manchmal verträgt die Haut des Anwenders die Inhaltsstoffe einer Salbe nicht so gut. Dann ist die Handwerkskunst des Apothekers und der Apothekerin gefragt: Die Anfertigung einer Individualrezeptur steht an.

Das Repertoire der Pharmazeuten reicht vom Mischen verschiedener „Heiltees“ über das Verrühren spezieller Cremes bis hin zum Herstellen flüssiger Arzneien oder dem Gießen von Zäpfchen. Etwa 1200 solcher Rezepturen stellt eine Apotheke jährlich her, so die Schätzungen. Hochgerechnet ergibt das eine Summe von 25 Millionen. Obwohl Individualrezepturen nur wenige Prozent des Umsatzes einer Apotheke ausmachen, nehmen Kunden dieses Angebot gerne an. Vor allem bei Teemischungen lassen sie sich oft beraten.

Optimal angepasst
Die Vorteile der Rezepturen gegenüber Medikamenten „von der Stange“: Sie sind optimal angepasst auf den Patienten und in der Regel frei von Konservierungsstoffen – angesichts zunehmender Allergien ein dickes Plus. Zudem ermöglichen sie Kombinationen von Wirkstoffen, die es auf dem Markt nicht gibt.

Vor allem Hautärzte bedienen sich deshalb bei ihren Verschreibungen der Rezepturen, da gerade ihre Patienten oft mit Überempfindlichkeiten und Allergien auf industriell verwendete Stoffe reagieren. So kommt es auch, dass die Arzneimittel, die Apotheker speziell für Patienten herstellen, vor allem Salben sind.

Die Rezepturen werden heutzutage meist aus Datenbanken geholt, in denen Hunderte von Zusammenstellungen gespeichert sind. Zuweilen kreieren Ärzte aber auch ihre ganz eigenen Mischungen. Der Apotheker wird dann noch einmal zur letzten Kontrollinstanz, indem er prüft, ob die Wirkstoffe, die der Mediziner verschrieben hat, in dieser Komposition auch zusammenpassen.

Teemischungen
Vor allem bei Teemischungen lassen sich Kunden in der Apotheke beraten. Mehr als 100 Arzneitees hält eine Apotheke auf Vorrat – eine Auswahl, aus der mithilfe der Apothekerwaage verschiedene Kombinationen zusammengestellt werden können.

Zäpfchen
Zäpfchen werden über den After oder die Vagina in den Körper eingeführt.

Tinkturen
Tinkturen sind dünnflüssige Auszüge aus Pflanzenteilen mit hochprozentigem Alkohol. Die Extraktion der Inhaltsstoffe dauert üblicherweise mehrere Wochen.

Augentropfen
Da Augentropfen immer direkt am Organ appliziert werden, muss deren Herstellung besonders vorsichtig und vor allem mit sterilen Materialien erfolgen.

Salben
Grundmasse einer Salbe sind schmierfähige Stoffe, zum Beispiel Vaseline. Der eigentliche Wirkstoff wird als Lösung oder Suspension zugesetzt, manchmal auch als Pulver. Am Ende kommen die Angaben vom Rezept auf die Dose. Früher schrieb der Apotheker die Schilder noch selbst, heute erledigt das ein Drucker.

Kapseln
Die Hülle besteht meist aus Gelatine. Die Färbung soll den Inhalt der Kapsel vor Licht schützen und dient zudem dazu, das Medikament einfacher zu identifizieren. Die Füllung mischt der Apotheker zusammen. Sie kann flüssig oder fest (Pulver, Granulat oder Pellets) sein. Durch ein spezielles Sieb wird die Füllung in die untere Hälfte der Kapseln gebracht. Am Ende werden mithilfe einer Apparatur beide Hüllenteile zusammengepresst.


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