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Aktuelles

Reifesignale der Haut:

Alterswarzen

19.06.2007

Die Hornhautwucherungen sind gutartig, werden aber leicht mit Hautkrebs verwechselt. Deshalb ist Vorsicht angebracht

Manchmal schlägt das Alter schon mit Anfang 30 zu – zumindest auf der Haut. „Es kommt durchaus vor, dass dann bereits zum ersten Mal Alterswarzen auftreten“, erklärt Dr. Stefan Sünkel, niedergelassener Dermatologe und Laserspezialist in Starnberg bei München. Teigig und uneben ragen die Hornhaut-Wucherungen über das Hautniveau hinaus, meist scharf abgegrenzt vom umliegenden Gewebe.

„Es handelt sich ganz sicher um eines der häufigsten Probleme, weswegen Patienten in die Hautarztpraxis kommen“, sagt Sünkel. Verruca seborrhoica, „fettige Warze“, nennen Dermatologen die braunen bis schwarzen, mitunter auch verschiedenfarbigen Gebilde. Manchmal nur so groß wie ein Hirsekorn, dann wieder fingernagelgroß, treten die Warzen vereinzelt, bisweilen aber auch gruppiert auf. In manchen Fällen fallen die Warzen nach einiger Zeit einfach ab. Doch damit ist der Patient nicht erlöst, denn an derselben Stelle wächst bald eine neue nach.

Reibung, Druck und UV-Licht begünstigen Warzenbildung
Die Alterswucherungen treten vor allem an Körperstellen auf, die dauerhaft einer gewissen Beanspruchung wie Druck oder Reibung ausgesetzt sind: Dazu gehören Hautareale im Genitalbereich, unterhalb der Brüste oder auf Höhe der Taille, wo der Gürtel ständig auf die Haut drückt. Nicht selten finden sich die Alterszeichen auch an Rücken, Brust oder Hals. Zudem heizt UV-Licht ihr Wachstum an. Je mehr Sonne eine Hautstelle im Lauf des Lebens abbekommen hat, desto eher treten dort Alterswarzen auf.

Schwarzer Hautkrebs sehr ähnlich
„Gefährlich sind die Geschwülste nicht“, gibt Professor Günther Sebastian von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Technischen Universität Dresden Entwarnung. „Sie sind gutartig und entarten nie.“ Die Gefahr, so Prof. Sebastian, liegt woanders: Manchmal sehen Alterswarzen dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs zum Verwechseln ähnlich. Daher rät auch Hautspezialist Sünkel grundsätzlich zur Vorsicht: „Wer meint, eine neue Alterswarze an seinem Körper entdeckt zu haben, sollte nicht zögern und sie von einem Hautarzt anschauen lassen. Mit dem Auflichtmikroskop kann der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um eine gutartige Veränderung handelt.“ Das sorgt für Ruhe und schafft Sicherheit. Denn harmlose Alterswarzen müssen nicht sofort entfernt werden, Hautkrebs dagegen schon.

Wie Alterswarzen entfernt werden
Dieser Tatsache tragen auch die Krankenkassen Rechnung: So bezahlen sie zwar noch die Diagnose einer Alterswarze, die Therapie aber übernehmen sie nicht. Wen die Reifezeichen stören, muss das Entfernen daher selbst zahlen. Ausnahmen machen einige wenige Privatkassen. Für Privatpatienten ist es daher in jedem Fall sinnvoll, bei der Kasse nachzufragen.

Ziel der verschiedenen Behandlungsmethoden ist es, die Warze möglichst vollständig zu entfernen, ohne umgebendes Gewebe zu verletzen. Zum einen gelingt dies mit einem speziellen, scharfkantigen Löffel: Unter örtlicher Betäubung wird die Erhebung weggeschabt. „Allerdings geschieht das heute immer seltener auf diese Weise“, schränkt Dr. Sünkel ein, „denn die Abtragung mit einem Laser bringt bessere Ergebnisse.“

Zwar ist die Behandlung teurer, doch dafür heilt die Wunde deutlich schneller und meist ohne Narben ab. Bei der Löffel-Entfernung können leicht Warzenreste oder Narben zurückbleiben. Zudem vergehen Wochen, bis die Wunde verheilt ist. Noch länger dauert es, wenn die Vereisungsmethode mit flüssigem Stickstoff angewandt wird.

Besser im Winter durchführen lassen
Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden: Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt. Am besten eignet sich die kalte Jahreszeit. Der Grund: Um eine zu dunkle oder zu helle Farbe der Narbe zu vermeiden, sollte die Stelle direkt nach dem Eingriff kaum Sonne abbekommen. Und das ist in der Badesaison schwieriger als in den Wintermonaten.


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